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Ich sehe mich.

  • natashagriesser
  • May 18
  • 1 min read

Bindung. Bedürfnis. AuDHS.


Ich sehe Menschen, die funktionieren. 

Die sich anpassen. 

Die beobachten. 

Die analysieren. 

Die spüren, dass etwas anders ist oft lange, bevor Worte dafür existieren. 


Im Autismus-Spektrum geht es nicht nur um Verhalten. 

Es geht um Wahrnehmung. 

Um Reizverarbeitung. 

Um Sicherheit. 

Um das Bedürfnis nach Klarheit, Vorhersehbarkeit und Verbindung. 


Im ADHS-Spektrum geht es nicht nur um Aufmerksamkeit. 

Sondern um Regulation. 

Um Intensität. 

Um Bewegung, Impulse, Motivation und ein Nervensystem, das ständig versucht, handlungsfähig zu bleiben. 


Und genau dort treffen sich oft Bindung und Bedürfnis. 


Denn viele neurodivergente Menschen haben nicht gelernt, ihre Bedürfnisse früh zu erkennen oder sicher auszudrücken. 

Nicht, weil sie keine haben. 

Sondern weil Systeme häufig Anpassung mehr belohnen als Selbstwahrnehmung. 


Dann entsteht etwas, das ich immer wieder sehe: 

Menschen verlieren ihre Handlungsfähigkeit. 


Nicht plötzlich. 

Sondern langsam. 

Durch permanentes Funktionieren. 

Durch Reizüberlastung. 

Durch Missverständnisse. 

Durch das Gefühl, „zu viel oder gleichzeitig „nicht genug zu sein. 


Für mich bedeutet Handlungsfähigkeit deshalb mehr als Produktivität. 

Es bedeutet: sich selbst wahrnehmen können. 

Grenzen erkennen. 

Bedürfnisse verstehen. 

Kommunizieren können. 

Entscheidungen treffen. 

Sicherheit im eigenen System entwickeln. 


Denn ein Mensch kann äußerlich funktionieren und innerlich längst den Kontakt zu sich selbst verloren haben. 

Ich glaube nicht daran, Menschen „richtig zu machen. 

Ich glaube daran, Verständnis zu schaffen. 

Zwischen Menschen. 

Zwischen Nervensystemen. 

Zwischen Bedürfnissen und Realität. 


Damit aus Überleben wieder Leben werden kann.

 
 
 

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